Informationen

Hier finden Sie Meldungen und Informationen zum Thema Gewalt an Frauen


Gewalt gegen Frauen: Zahlen weiterhin hoch

Wie die kriminalistische Auswertung zu Partnerschaftsgewalt für das Jahr 2018 zeigt, sind die Zahlen zu Gewalt an Frauen weiterhin hoch, die Dunkelziffer noch weitaus höher. Der Großteil der Betroffenen sind mit 81,3 Prozent Frauen.
114.393 Frauen und 26.362 Männer sind 2018 von Partnerschaftsgewalt betroffen gewesen. 122 Frauen wurden 2018 durch Partnerschaftsgewalt getötet.

„Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, sie kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor. Die neuen Zahlen des BKA sind nach wie vor schockierend. Sie zeigen, dass wir alle in unserem direkten Umfeld Frauen kennen, die betroffen sind: Es kann die Freundin sein, die Kollegin, die Nachbarin oder die eigene Schwester. Wir alle können etwas dagegen unternehmen. Als Frauenministerin arbeite ich mit aller Kraft daran, dass Betroffene die Hilfe bekommen, die sie benötigen, um sich von Gewalt zu befreien. Und deshalb starten wir heute auch die bundesweite Initiative „Stärker als Gewalt“. Ziel der Initiative ist es, von Gewalt betroffene Frauen und Männer zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen und die Hilfsangebote besser bekannt machen, so Bundesfamilienministerin Giffey.“

Auf der dazugehörigen Internetseite staerker-als-gewalt.de werden eine Reihe an Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Im Folgenden finden Sie die Pressemitteilung von Ministerin Giffey.

Pressemitteilung: Gewalt gegen Frauen – Zahlen weiterhin hoch Ministerin Giffey startet Initiative „Stärker als Gewalt“


Zur Umsetzung der Istanbulkonvention

Am 1. Februar 2018 ist die Istanbul-Konvention in Deutschland in Kraft getreten. Sie ist ein „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Sie stellt deutliche Anforderungen an die Gleichstellung und Nichtdiskriminierung von Frauen und Mädchen und hat zum Ziel, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Die Istanbul-Konvention umfasst auch Artikel zur Prävention, Intervention und Unterstützung bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Außerdem legt die Konvention fest, dass ausreichend Hilfsdienste wie Fachberatungsstellen und Schutzeinrichtungen vorhanden sein müssen. Dies ist in Hessen und deutschlandweit nicht der Fall. Immer wieder müssen Frauen in Frauenhäusern abgewiesen werden, weil es zu wenige Plätze gibt.

Ab 2020 wird das Bundesfamilienministerium für vier Jahre insgesamt 120 Millionen Euro für Frauenhäuser und Fachberatungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen bereitstellen. Das Geld soll in den Aus-, Um- und Neubau sowie in die Sanierung der Frauenhäuser und in die Förderung von Beratungsstellen fließen. Dies sei ein wichtiger Impuls, um Frauenhäuser und Beratungsstellen besser aufzustellen, erklärte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), denn: “Jede Frau in einer Notsituation müsse schnelle Hilfe bekommen.“

Eine Summe, die einen ersten Schritt in die richtige Richtung vermittelt, aber bei weitem nicht ausreicht. Denn wenn man die Summe auf jede einzelne Beratungsstelle / Frauenhaus herunterrechnet, lassen sich nicht alle Forderungen aus dem Gesetz umsetzen.

Außerdem gibt es kein einheitliches Gesamtkonzept, wie die Istanbulkonvention in der Praxis umgesetzt werden kann. Zurzeit erfolgt eine Gewaltbekämpfung nach dem Gießkannenprinzip. Hierauf machen Akteurinnen aus dem Frauen und Gewaltschutzbereich in Hessen in einem Appell an die Landesregierung aufmerksam.

Umfassende Informationen und Forderungen zur Umsetzung der Istanbulkonvention verschiedener Akteurinnen können Sie in folgenden Downloads nachlesen:

Appell an die Landesregierung Hessen durch Akteurinnen im Frauen- und Gewaltschutzbereich (PDF)

Pressemitteilung zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen durch den ZIF (PDF)

Pressemitteilung Der Paritätische Hessen (PDF)


Wieder eine Frau ermordet!

Jede Frau hat das Recht auf ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben.
Trotzdem ist laut einer europaweiten Studie aus dem Jahr 2017 fast jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Im schlimmsten Fall endet die Gewalt mit dem Tod, wie der traurige Fall einer ermordeten Frau in Limburg deutlich macht. Der Täter war ihr eigener Ehemann. Wie durch Medienberichte bekannt wurde, hat der Mann seine Ehefrau, die bereits Zuflucht im Frauenhaus Limburg gesucht hatte, aufgespürt und auf dem Gehweg mit dem Auto angefahren und danach mit einer Axt mehrfach auf ihren Schädel eingeschlagen und diesen zertrümmert.

Wir sind fassungslos über diese äußerst brutale Tat. Unserer Gedanken sind bei den verbliebenen Kindern und der Familie des Opfers, sowie unseren Kolleginnen des Frauenhauses in Limburg.

Tötungsdelikte sind keine Einzelfälle. 2017 wurden in Deutschland 147 Frauen von ihrem (Ex)Partner getötet. Die ZIF (Zentrale Informationsstelle autonomer Frauenhäuser), bei der wir Mitglied sind, hat eine Stellungnahme Femizid – Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist herausgegeben, die sie hier lesen können:

Stellungnahme 'Femizid – Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist' (PDF)


Wohnungsnot verhindert Schutz für von Gewalt betroffene Frauen

Es ist bekannt, dass Wohnungen im Rhein-Main Gebiet knapp sind. Noch schwieriger ist es, eine Sozialwohnung zu erhalten. Das führt dazu, dass Frauen immer länger im Frauenhaus bleiben müssen, weil sie keine Wohnungen bekommen. Und das, obwohl die Frauen schon längst in der Lage wären, eigenständig in einer Wohnung zu leben. Damit belegen sie dringend benötigte Frauenhausplätze, so dass andere Frauen keinen Schutz mehr finden. Die Ampeln auf der Website https://www.frauenhaeuser-hessen.de/ stehen in der Folge meistens auf rot.


Der PARITÄTISCHE Hessen startete in 2018 eine Aktion: „Bezahlbarer Wohnraum für Alle“. Er hat die Koalitionsverhandlungen der hessischen Regierung in 2018 analysiert und festgestellt, dass das Land bis 2024 zwar 22.000 Sozialwohnungen finanziert, dies aber nicht ausreichen, den Schwund der Sozialwohnungen aus den letzten 10 Jahren zu kompensieren.
Zu eben diesem Thema  finden Sie hier die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser.

Download: Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser (PDF)


GlücksSpirale unterstützt Frauenhaus Oberursel

Noch immer ist die Freude groß. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Oberursel sind glücklich, den Hausbewohnerinnen durch die finanzielle Unterstützung der Lotterie "GlücksSpirale" wieder eine zweite Waschmaschine zur Verfügung stellen zu können.
Mit einer durchschnittlich hohen Belegung von bis zu zwanzig Personen ist das 11-Zimmer-Haus, in dem Frauen mit ihren Kindern Schutz vor häuslicher Gewalt finden, normalerweise gut ausgelastet. Während des Aufenthaltes führen die Frauen auch hier ihren Haushalt. Mit Kindern bedeutet das, wie überall, ein großes Wäscheaufkommen. Vorübergehend stand den Frauen in der Waschküche nur noch eine Haushaltswaschmaschine zur Verfügung. Diese mussten sie sich teilen. Nicht leicht verständliche Programme und lange Laufzeiten nötigten zu Geduld. Oft wurde es "eng", wenn die Frauen die einzige Maschine nutzen wollten. Die neue, auch für Wohnheime geeignete semiprofessionelle, robuste und ressourcenschonende Maschine mit ihren kurzen Laufzeiten leistet im Frauenhaus jetzt wichtige Dienste. Vorbei sind Warteschlangen in der Waschküche.


Ein großes Dankeschön an die Lotterie "GlücksSpirale", die mit ihrer Förderung diese Anschaffung ermöglichte.

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