sicherheitsplan

Wenn Sie in einer Gewaltbeziehung leben, ist es sinnvoll einen persönlichen Sicherheitsplan für sich zu erstellen.
Damit sind Sie auf zukünftige Krisensituationen besser vorbereitet und bekommen mehr Sicherheit und mehr Kontrolle über Ihre Situation.
Sie selbst bestimmen welche Maßnahmen für Sie wichtig sind.
Die angeführten Punkte sollen Ihnen als Richtlinien und Anregungen dienen, ersetzen Ihnen jedoch keine Beratung.
Oft bietet auch ein guter Sicherheitsplan keinen ausreichenden Schutz.
Suchen Sie Schutz, Hilfe und Unterstützung in einem Frauenhaus.

Fluchtplan:
Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie den Gefahrenbereich verlassen - Wie können Sie am schnellsten aus der Wohnung kommen?
Überlegen Sie sich auch, wohin Sie innerhalb Ihrer Wohnung flüchten können um sich zu schützen: Welche Räume sind versperrbar und bieten ev. auch noch die Möglichkeit aus der Wohnung zu kommen? ( z.B. Fenster, um aus der Wohnung zu gelangen oder um Hilfe zu rufen)
Funktioniert Ihr Handy in diesen Räumen?
Können Sie die Polizei rufen?

Telefon:
Haben Sie die Möglichkeit jederzeit telefonisch Hilfe zu holen (Handy)?
Haben Sie Notrufnummern in Ihrem Handy eingespeichert?
Wo könnten Sie sonst noch jederzeit telefonieren? - Gibt es Nachbarinnen, bei denen Sie telefonieren könnten?
Tragen Sie immer Kleingeld bei sich, um im Notfall auch eine öffentliche Telefonzelle benützen zu können.

Notrufnummern:
Legen Sie sich eine Liste mit wichtigen Telefonnummern und Adressen von Verwandten, Freunden und Hilfseinrichtungen an.
Wichtig sind auch die Notrufnummern des

Frauenhauses: 06171-51600
Polizei: 110

In Krisensituationen kann es passieren, dass Ihnen auch die Telefonnummern, die Sie sonst auswendig wissen, nicht mehr einfallen.

Unterstützung:
Wer könnte Ihnen in Ihrer unmittelbaren Umgebung helfen? Gibt es z. B. eine Nachbarin, der sie vertrauen können? Besprechen Sie Ihre Situation mit ihr und ersuchen Sie sie die Polizei zu verständigen, wenn Lärm oder Hilfeschreie zu hören sind. Sie können auch ein bestimmtes Zeichen mit ihr vereinbaren (z.B. ein Klopfen oder einen Gegenstand, den Sie beim Fenster hinaushängen), wenn Sie Unterstützung benötigen.
Viele NachbarInnen brauchen so eine extra Aufforderung, da sie sich sonst nicht "einmischen" wollen.

Kinder:
Es ist wichtig, dass Sie Ihren Kindern Ihre Situation altersentsprechend erklären.
Besprechen Sie mit Ihren Kindern: dass sie eventuell dem Vater/Stiefvater etc. die Türe nicht öffnen, wie sie in einem Notfall die Polizei verständigen können, wie sie reagieren können, wenn der Vater/Stiefvater vor dem/der Kindergarten/Schule steht (Kindergarten und Schule informieren!), dass es vielleicht notwendig ist die Wohnung zu verlassen, Lassen Sie Ihre Kinder erzählen, wie es ihnen geht.
Kinder glauben oft für die Gewalt verantwortlich zu sein. Erklären Sie ihnen, dass sie keine Schuld an der Gewalt haben.

Schlüssel:
Lassen Sie sich einen zweiten Schlüsselbund von allen wichtigen Schlüsseln (Wohnung, Auto,..) nachmachen und bewahren Sie diesen an einem sicheren Ort, außerhalb Ihrer Wohnung, z. B. bei einer Freundin, auf.

Dokumente, Sparbücher, andere Wertsachen:
Behalten Sie Kopien Ihrer wichtigsten Dokument bei sich und bringen Sie die Originale, gemeinsam mit anderen Wertsachen, an einen sicheren Ort (z.B. zu einer Person, der Sie vertrauen können, einer Rechtsanwältin)

Notfalltasche:
Bereiten Sie eine Tasche mit den wichtigsten Dingen für sich und Ihre Kinder vor und bewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf.
Die Tasche sollte enthalten: notwendige Dokumente, Adressen, Kleidung, Toiletteartikel, Medikamente, Schlüssel, Geld, Spielsachen der Kinder,...

Unterkunft:
Besprechen Sie mit Ihren Freundinnen und Verwandten, ob Sie im Notfall bei ihnen unterkommen können. Diese Unterkunft sollte sicher sein und Sie sollten jederzeit Zutritt haben. Es wäre gut, wenn Sie auch einen Schlüssel bekommen könnten.
Sie können aber auch zu jeder Tages- und Nachtzeit in einem Frauenhaus anrufen.

Eigene Ideen:
Was fällt Ihnen selbst noch an Sicherheitsvorkehrungen ein? Beziehen Sie Ihre speziellen Lebensumstände und Ihre Wohnsituation ein.


Wenn Sie Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an das Frauenhaus 06171- 51600 oder an die Beratungsstelle 06171- 51768.